Die Sultan Hassan Moschee in Kairo zählt zu den bedeutendsten und monumentalsten Bauwerken der islamischen Welt. Sie wurde zwischen 1356 und 1363 während der Mamluken Zeit im Auftrag von Sultan an-Nasir Hasan errichtet und liegt eindrucksvoll am Fuße der Zitadelle von Kairo.
Architektonisch ist die Moschee ein Meisterwerk der mamlukischen Baukunst. Besonders auffällig ist ihre enorme Größe und die wuchtige, fast festungsartige Erscheinung aus massivem Stein. Der Bau folgt dem klassischen Vier-Iwan-Grundriss: Ein großer, offener Innenhof wird von vier monumentalen Hallen (Iwans) umgeben, die jeweils einer der vier sunnitischen Rechtsschulen gewidmet waren. Damit diente die Moschee nicht nur als Gebetsstätte, sondern auch als religiöse Hochschule.
Der Innenraum beeindruckt durch seine klare Monumentalität: hohe Gewölbe, kunstvoll gearbeitete Steinornamente, fein ausgeführte Kalligraphien und reich verzierte Marmorböden. Besonders hervorzuheben sind der reich geschmückte Mihrab, die massive Kuppel über dem Mausoleum des Sultans sowie die imposanten Minarette, von denen eines zu den höchsten seiner Zeit gehörte.
Die Sultan-Hassan-Moschee gilt bis heute als Symbol für Macht, religiöse Autorität und architektonischen Anspruch der Mamluken und wird oft als eines der vollkommensten Beispiele mittelalterlicher islamischer Architektur beschrieben.