Unmittelbar in der Nähe von Arbaminch liegt der See Abaya, der mit 1160 km² der längste und größte Binnensee im äthiopischen Teil des Rift Valley ist, sowie der 551 km² große See Chamo. Beide Seen sind von Savannen und schroffen Gebirgskämmen umgeben. Sie gehören zu den schönsten Seen im gesamten Grabenbruch und beherbergen eine große Zahl wildlebender Tiere. Arbaminch ist ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge in die Region. Die Stadt liegt auf einer Landzunge, die die beiden Seen voneinander trennt, und bietet eine herrliche Aussicht auf die gesamte Umgebung. Der Nechisar Nationalpark liegt im Osten der Stadt und wird gern von Safari-Touristen besucht, die jedoch nicht sehr zahlreich sind. Ihren Spitznamen „Himmelsbrücke“ verdankt die Stadt Arbaminch ihrer herrlichen Lage zwischen den beiden Seen. Übersetzt bedeutet der Name der Stadt „Vierzig Quellen“, benannt nach den zahlreichen kleinen Bächen, die in den üppigen Wäldern in der näheren Umgebung aus Quellen entspringen. Die Ufer und Inseln der beiden Seen sind von Bauern verschiedener Stämme wie den Guji und den Ganjul besiedelt. Diese gehen noch heute traditionell auf Jagd und Fischfang. Die Guji bauen elegant geschwungene Boote mit einem hohen Bug, die den traditionellen Booten in Ägypten sehr ähnlich sind. Sie werden aus sehr leichtem Holz hergestellt und können große Lasten transportieren, da sie sehr stabil sind. In beiden Seen sind Krokodile sehr häufig, so dass man diese fast überall gut beobachten kann. In der Nähe von Abaya gibt es sogar eine Krokodilfarm, in der man diese urzeitlichen Geschöpfe ganz aus der Nähe und in allen erdenklichen Größen bestaunen kann.  Den Nechisar Nationalpark kann man auf einer Safari sehr gut kennen lernen. Für einen vollständigen Überblick braucht man jedoch viel Zeit und sollte schon 2 Tage dafür einplanen. Der Park besitzt wunderschöne landschaftliche Kontraste. Neben Ebenen aus weißem Gras, den Graten der zerklüfteten Bergketten und dem blauen Wasser des Lake Chamo mit seinen zahlreichen Krokodilen bietet der im Norden gelegene See Abaya mit seinem dunkelroten Wasser eine wunderbare Abwechslung. Die Farbe erhält dieser See durch seinen hohen Gehalt an Eisenhydroxiden, die im Wasser gelöst sind. In der Ferne entdeckt man am Gebirgskamm entlang des Kulfo Flusses einen großen Wald, in dem die besagten „Vierzig Quellen“ aus dem Boden treten. An wildlebenden Tieren findet man in den Parks u.a. den braunen Buschbock, Flussschweine, Gruppen Grüner Paviane, Meerkatzen, zahlreiche bunte Vögel, die Ginsterkatze, verschiedene Antilopenarten wie das Große Kudu mit den gewundenen Hörnern, das winzige Günther-Dikdik, das man aber nur sehr selten zu Gesicht bekommt, Grant-Gazellen und Kuhantilopen. Weiterhin leben hier der Schabrackenschakal, der Afrikanische Wildhund und in den Wälder zahlreiche Guereza-Affen. Die auffallendsten Vögel im Park sind die großen Hornraben, der Graue Toko sowie der Rotschnabeltoko und der Fischadler. An den Bächen der Wälder gibt es außerdem zahlreiche Eisvögel und in den Steppen lebt die große Riesentrappe.

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